Von Blumenkübeln und Selbstmördern

Mein Einmonatiges bei Twitter

Vor einem Monat habe ich mich bei Twitter angemeldet. Die einen sagten, wurde ja auch Zeit, die anderen fragten hast du zu viel Zeit? Nachdem aber viele Freunde und Bekannte es nutzen und ich mich immer fleißig dagegen gewehrt habe, war es nun aktuelles Thema bei der Arbeit und für die BA. Also ab und selber ausprobieren.

Die erste Hürde war die Namensfindung. Der eine sagte, nimm deinen Klarnamen, der nächste hingegen, mach das bloß nicht. Nachdem Schnetterinchen dann aber einmal in meinem Kopf war, ging es auch nicht mehr raus und mein Account war geboren.

Ich würde sagen, in meinem ersten Monat erlebte ich viel. Wahrscheinlich sage ich das auch nach dem zweiten und denke mir dann, wenn das jeden Monat so ist, was du wohl schon alles verpasst hast.

In guter Erinnerung blieb der #Blumenkübel. Ein Redakteur twitterte unbeschwert über die Beschädigung des Gefäßes und löste damit einen hype aus, der auch noch Tage später für eine Unmenge an Sprüchen sorgte. Da wurde der Reissack in China sicher ganz schön neidisch.

Einen (zum Glück erfolglosen) Twittersuizidversuch gab es auch zu lesen. An dem Tag überlegte ich auch kurz, nie wieder zu schreiben. Mir war es einfach unverständlich, wie Leute dem Betroffenen wie blöde gefolgt sind, nur um das mitzulesen. Da muss man sich dann aber wohl wirklich sagen, für die Dummheit können die anderen vielen tollen Twitterer dann auch nichts.

Lange überlegen musste ich auch über „Jeder nutzt Twitter anders“, kann ich nur sagen, sollen auch jeder wie er will und ist auch gut so.
Mein persönliches Fazit ist
Was ich nicht mag: Leute die nach Sternen jammern, ihre Klausurnoten verkünden, permanent über Schatzi schreiben.
Was ich mag: Morgens in der Bahn lustige Tweets lesen, tolle Bilder sehen und mir die Menschen im Kopf ausmalen, die dahinter stecken.

Auch die Diskussion, wozu Twitter zu nutzen ist, scheint die Welt zu spalten. Da gibt es die Informations-Twitterer, die Fun-Twitterer, die Dauer-Retweeter und die Leute, die langweilige Sachen aus ihrem Leben schreiben und ja, die sind leider oft auch noch langweilig verpackt. Aber jeder soll folgen und entfolgen, wen er mag oder eben nicht mehr.

Ebenso heiter waren Ratschläge länger-Twitternder, was ich so schreiben darf und was nicht, aber ich denke, das sollte ebenfalls jeder für sich herausfinden.

Wenn ich es auch nicht glauben wollte, habe ich auch sehr nette Menschen, naja, sagen wir Avatare kennengelernt und viele davon sind auch noch witzig. Also irgendwie, dafür hat es sich dann doch gelohnt und ich werde mir das noch eine Weile länger anschauen.

PS: Die Schreibenden haben eine große Affinität zu Alkohol, Kaffee, Brüsten, Glitzer, Katzen und absolutem Schlafmangel (die Reihenfolge ist individuell anzupassen).